Goethes Adventskalender

Eine ehemalige Schülerin und mittlerweile pensionierte Lehrerin des Goethe-Gymnasiums beschrieb Goethes Faust einmal sinngemäß als Schatzkiste, aus der man je nach Lebensphase und Lebensalter verschiedene Kostbarkeiten bergen kann. Welche Schätze entdeckt ein heutiger Deutschkurs beim Lesen von Faust?

Die Antwort auf diese Frage verpacken wir passend zur Weihnachtszeit in Form eines digitalen Adventskalenders. Ab dem 1. Dezember 2019 wird sich hier jeden Tag ein Zitat aus Faust finden, das ein Schüler oder eine Schülerin des Deutschkurs Q3-G1 ausgewählt hat. Nachdem alle 24 Schüler*innen ihr Zitat vorgestellt und erläutert haben, warum ihnen ausgerechnet diese Verszeilen einen persönlichen Zugang zu Goethes Faust ermöglichten, steht Weihnachten und das Jubiläumsjahr vor der Tür.

Wir wünschen viel Spaß beim Türchen bzw. Website öffnen!

15. Türchen zu Goethes Faust

„Wer fertig ist, dem ist nichts recht zu machen;
Ein Werdender wird immer dankbar sein.“ (Vers 182/183)
Seit knappen zwölf Jahren gehe ich jetzt zur Schule; und in ein paar Wochen ist ‚alles‘ vorbei! Nun ja, eins meiner hoffentlich vielen Kapiteln ist dann vorbei. Ich sehe in die Zukunft mit viel Vorfreude. Ich habe gewaltige Pläne und enorm große Träume! Auch wenn ich mit der Schule bald fertig bin, ist das erst der Anfang. Mit diesem Zitat mahnt mich Goethe, dass ich als denkender Mensch nie fertig bin und egal wie viel ich gelernt habe, darf ich mich auf nichts aufruhen. Hierzu pass auch einer meiner Lieblingssprüche: Der Weg ist das Ziel. Falls ich einmal am Ziel ankommen sollte, wird mir nichts mehr recht zu machen sein.
von Vito

14. Türchen zu Goethes Faust

„Das Pergament, ist das der heil’ge Bronnen,
Woraus ein Trunk den Durst auf ewig stillt?
Erquickung hast du nicht gewonnen,
Wenn sie dir nicht aus eigner Seele quillt.“ (V.566-569)

Ich glaube, dass Faust an dieser Stelle versucht Wagner zu erklären, dass die Erkenntnis nur von einem selbst kommen kann und nicht ausschließlich aus Büchern. So wie ich es verstanden habe, wird hier gezeigt, dass man mit Büchern allein nicht alle Fragen im Leben beantworten kann, vor allem nicht die nach dem Sinn des Lebens. Da dieses Thema zentral für das Drama ist und die Aussage heute noch zutrifft, habe ich mich für dieses Zitat entschieden.

von Aida

 

13. Türchen zu Goethes Faust

„Das Pergament, ist das der heil’ge Bronnen,
Doch Ordnung lehrt euch Zeit gewinnen.“ (Vers 1908f.)

Ich habe mich für dieses Zitat entschieden, da Zeit und Ordnung immer eine wichtige Rolle im Alltag spielen werden. Es ist unglaublich, wie viel Zeit man durch Ordnung gewinnen kann und wie schnell man sich wieder nicht an eine Ordnung hält. Deshalb bin ich der Meinung, dass dieses Zitat jeden dazu motivieren kann, die Zeit sinnvoll zu nutzen, um möglichst produktiv zu sein.

von Anisa

 

12. Türchen zu Goethes Faust

„Von Zeit zu Zeit sehe ich den Alten gern.“ (Vers 350)

Bis zur Oberstufe habe ich dieses Zitat täglich, sogar mehrmals am Tag gelesen, als ich die Schule betrat. Ich wusste zwar, dass diese Zitate aus Goethes „Faust“ stammen, ich konnte mir jedoch nicht erklären, wer dieser „Alte“ sein sollte. Mittlerweile bin ich älter, ich mache dieses Jahr Abitur und jetzt weiß ich, dass der „Alte“ der Herr ist, den Mephisto im „Prolog im Himmel“ im Himmel besucht. Es bringt mich zum Schmunzeln, wenn ich zurückblicke und feststelle, dass ich verschiedenste Theorien bis zu diesem Zeitpunkt entwickelt hatte, um mir zu erklären, was dieses Zitat bedeutet.
Dieses sehr persönliche Erlebnis beim Lesen des Zitats spiegelt meine Entwicklung an dieser Schule wider. Mit 10 Jahren betrat ich diese Institution zum ersten Mal und war mit diesem Zitat konfrontiert, das ich nicht einordnen konnte. Acht Jahre später verlasse ich diese Institution und verstehe den Kontext des Zitats. Buch für Buch, Unterrichtsstunde für Unterrichtsstunde erschließe ich mir das Wissen der Welt ein wenig mehr und kann mir mitunter einige Fragen beantworten, die ich zum Beginn meiner Gymnasialzeit verblüfft und ratlos stellte.
Außerdem: Mir gefällt das satirische Element – der Teufel bezeichnet den Herrn als „den Alten“!

von Lena

11. Türchen zu Goethes Faust

„Nun sag‘ wie hältst du’s mit der Religion?“. (Vers 3415)

 

10. Türchen zu Goethes Faust

„Du gleichst dem Geist, den du begreifst“. (Vers 512)

 

9. Türchen zu Goethes Faust

„Ach Gott! die Kunst ist lang;
Und kurz ist unser Leben.“ (Vers 558f.)

 

8. Türchen zu Goethes Faust

„Es irrt der Mensch, solang er strebt.“ (Vers 317)

7. Türchen zu Goethes Faust

„Was man nicht weiß, das eben brauchte man
Und was man weiß, kann man nicht brauchen.“ (Vers 1064f.)

Ich zitiere diesen Vers, weil er mir – und ich denke vielen anderen auch – von der Seele spricht. Ich denke, jeder kennt das Gefühl. Man glaubt, nichts wichtiges zu wissen und die Dinge, die man weiß, helfen einem nicht weiter. Ich habe mich beim Lesen dieser Zeilen wiedererkannt. Zwar ergeht es mir nicht immer so, schon gar nicht die Mehrheit der Zeit, doch ich erinnere mich an die Momente, in denen ich die Nützlichkeit der Unterrichts in Frage stellte. Die Momente, in denen ich das Gefühl hatte, mir würden essenzielle Kompetenzen fehlen. Ich fragte mich, warum ich kurz vor der Oberstufe lernte, bei der richtigen Textstelle von Jerry Lee Lewis „Great Balls of Fire“ mit dem richtigen Finger zu wackeln und mit dem richtigen Fuß zu stampfen, während ich nicht wusste (mittlerweile weiß ich es), wie das Abitur überhaupt funktioniert. Das Gefühl, anscheinend oder scheinbar (je nach dem), zweckloses Wissen zu lernen, während wichtigere Grundkenntnisse ausgelassen werden, ist eins, welches viele meiner Mitschüler (glaube ich zumindest) kennen. Ich konnte mich, anhand dieses Satzes, unglaublich gut in Faust hineinfühlen. Deswegen zitiere ich ihn.

von Ilias

 

6. Türchen zu Goethes Faust

„Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein.“ (Vers 940ff.)

Es löst in mir ein Gefühl von Wärme und Geborgenheit aus.
Es fühlt sich an wie zu Hause. In Bezug auf die anstehende Weihnachtsstimmung denke ich an meinen Freundeskreis und Familienkreis. Eben an die Menschen, bei denen ich so sein kann, wie ich bin. Bei ihnen darf ich der Mensch sein, der ich bin und werde dafür geliebt.

von Jasmina

5. Türchen zu Goethes Faust

„Ins hohe Meer werd‘ ich hinausgewiesen,
Die Spiegelflut erglänzt zu meinen Füßen,
Zu neuen Ufern lockt ein neuer Tag.“ (Vers 699-701)

Diese drei Verse folgen auf die langen Gedanken der Verzweiflung Fausts, die durch sein Streben nach unerreichbaren Wissen entsteht. Als ich diese Stelle zum ersten Mal las, merkte ich den plötzlichen Wechsel der Stimmung. Da ich die unzähligen Verse, in denen er sich verrückt machte, nicht mehr aushielt, empfand ich in diesen drei Versen das Gegenteil von dem, was ich in der Verzweiflung empfand. Statt Unvollkommenheit und Unzufriedenheit spürte ich Vollkommenheit und Zufriedenheit. Und der dritte Vers gab mir das Gefühl von Sicherheit, durch den Begriff des „neuen Tages“. Im Ganzen strahlte es für mich eine unbeschreibliche Schönheit aus. Also fragte ich mich, wieso an dieser Stelle auf einmal etwas Schönes auftauchte. Dabei stellte sich heraus, dass ich die vorherigen Verse entweder nicht genau gelesen oder verstanden hatte. Denn nach sorgfältigem Lesen merkte ich, dass es sich bei diesen drei Versen um den „Schlaftrunk“ handelte, der als Selbstmorddroge dienen sollte, was natürlich dann die Schönheit komplett auf den Kopf stellte.

Im Ganzen fand ich, es war ein spannendes Leseerlebnis.

von Maurice

4. Türchen zu Goethes Faust

„Das Alter macht nicht kindisch, wie man spricht,
Es findet uns nur noch als wahre Kinder.“ (Vers 212f.)

Ich habe mich für dieses Zitat entschieden, da es mich daran erinnert, wie jeder von uns noch ein Kind im Inneren ist und wir es zum Beispiel für unsere Eltern immer bleiben werden, zum anderen wie das Alter nicht immer genau beschreibt wie alt wir sind, manche fühlen sich vielleicht älter oder reifer, während manch andere immer Kinder bleiben werden.

von Natali

 

3. Türchen zu Goethes Faust

Geschrieben steht: „Im Anfang war das Wort!“
Hier stock‘ ich schon! Wer hilft mir weiter fort?
Ich kann das Wort so hoch unmöglich schätzen,
Ich muss es anders übersetzen,
Wenn ich vom Geiste recht erleuchtet bin.
Geschrieben steht: Im Anfang war der Sinn.
Bedenke wohl die erste Zeile,
Dass deine Feder sich nicht übereile!
Ist es der Sinn, der alles wirkt und schafft?
Es stollte stehn: Im Anfang war die Kraft!
Doch, auch indem ich dieses niederschreibe,
Schon warnt mich was, dass ich dabei nicht bleibe.
Mir hilft der Geist! Auf einmal seh‘ ich Rat
Und schreibe getrotst: Im Anfang war die Tat! (Vers 1224-1237)

Die Verse 1224-1237 aus Faust I von Johann Wolfgang von Goethe haben mich deswegen so fasziniert, weil sie einerseits einen ziemlich direkten Bezug zur Bibel herstellen und andererseits den Weg des Schaffensprozesses eines kreativen Werkes, so wie ich ihn erlebt habe, ziemlich gut darstellen. Der Bibelbezug ist insofern interessant, als hier Johannes 1,1 zitiert wird, während an anderen Stellen im Faust die Schöpfung betrachtet wird. Und der Bezug zwischen beidem wird hergestellt, wenn im Anfang nicht mehr das Wort ist, das bei Gott war, sondern Sinn, Kraft und Tat, welche die Schöpfung in einem aufgeklärten Kontext stellen. Die Annahme, bevor irgendetwas existierte, hätte jemand das Zeitalter der Menschen genau durchdacht und nach dem Sinn gehandelt, der die Überlegung, zuvor noch hätte eine Kraft existieren müssen, um einen solchen Sinn zu haben, folgt, ist deshalb so interessant, weil damit der Anspruch Johannes‘, im Anfang sei ein einziges alles gewesen, auf eine sehr einleuchtende Art und Weise infrage gestellt wird. Gleichzeitig ist der Weg der Suche vom Wort über den Sinn und die Kraft zur Tat genau der Weg, den ich bisher immer gegangen bin, wenn ich kreativ schaffend war. Manchmal ist in diesem Kontext zwar das Wort Wort durch das Wort Musik zu ersetzen, aber das tut hier wenig zur Sache. Und ganz allgemein hat diese Stelle aus dem Faust I allein von der Wortwahl her einen einzigartig komischen Charakter, weshalb allein schon diese Stelle beachtenswert ist.

von Frode

 

„Geschrieben steht: ‚Im Anfang war das Wort!‘“

Daniel Schubert saß an seinem Computer vor einem offenen Word-Dokument. Er hatte immer davon geträumt, selber Geschichten zu schreiben, wie die, die er als Kind geliebt hatte. Er hatte die Geschichten über die „Ritter von Burg Schreckenstein“ geliebt wie die Spürnasen von Enid Blyton. Aber auch Science-Fiction und Fantasy hatte er immer gern gelesen und er las solche Geschichten auch heute noch gerne. Doch mit der Zeit hatte sich sein Verhältnis zu Büchern verändert, denn in ihnen steckte nicht mehr das, was er von ihnen wollte, den Büchern fehlte mehr oder weniger die eindeutige Quintessenz und außerdem träumte er seit Langem schon immer mehr davon, selbst in diesen Welten zu leben.

„Hier stock‘ ich schon! wer hilft mir weiter fort?“

Seit zwei Jahren nun las er statt den eigentlichen Werken vorwiegend diejenigen Geschichten, die von Fans geschrieben wurden, die sich der Figuren und Schauplätze bedienten, die vom Autor der Werke erfunden wurden. Jetzt, nachdem er zwei Jahre Erfahrung gesammelt hatte, wie FanFiction funktionierte, hatte er sich ein Herz gefasst und begonnen, selbst eine solche zu schreiben.

Doch worüber? Was genau wollte Daniel schreiben?

„Ich kann das Wort so hoch unmöglich schätzen,

Ich muss es anders übersetzen,“

Daniel begann mit Harry Potter. Zu dem Thema gab es schon sehr viele Geschichten, da fiel es bestimmt nicht auf, wenn seine Geschichte schlecht wurde, schlechte Geschichten hatte er schon zur genüge gefunden. Doch nach eineinhalb Seiten empfand Daniel eine Unwohlsein bei dem, was er tat. Das Material, das er aus den Originalgeschichten schöpfen konnte, war ihm zu wenig, und zu vorgegeben. Daniel wollte mehr Freiheit in dem, was er schreiben konnte, brauchte mehr Freiheit, denn die Abenteuer nachzuerzählen war nicht seine Intention gewesen.

„Wenn ich vom Geiste recht erleuchtet bin.“

Daniel zögerte. Er speicherte das Dokument – sicher ist sicher – und schaltete den Computer aus. Er verließ die Wohnung und begann einen Spaziergang in Richtung Wald, während er sich intensiv darüber Gedanken machte, was er schreiben sollte. Denn was er schreiben wollte, das brauchte…

„Geschrieben steht: ‚Im Anfang war der Sinn!‘“

Es brauchte Tiefe, einen Sinn, eine Erklärung für das Leben, einen Weltsinn. So wie es im Faust hieß: „Dass ich erkenne, was die Welt im innersten zusammenhält.“ So überlegte Daniel hin und her, was denn nun tatsächlich Inhalt seiner Geschichte werden sollte. Doch viel fiel ihm nicht ein, zumindest nichts, was man gebrauchen könnte. Er kehrte nach Hause zurück, setzte sich wieder an seinen Computer und begann zu schreiben: „7. August 1998. Die Aufräumarbeiten in Hogwarts gingen gut voran. Neben den Weasleys half auch Harry fleißig mit, das Schloss und das Quidditch-Stadion wiederherzustellen.“ Doch wohin sollte diese Geschichte führen? Es schien Daniel, als hätte auch diese Geschichte nicht das Potenzial, das er von seiner Geschichte brauchte, damit sie ihn zufriedenstellte.

„Bedenke wohl die erste Zeile,

Dass deine Feder sich nicht übereile!“

Auch diese Geschichte schien in eine falsche Richtung zu führen, und so überlegte Daniel weiter, wie er es anstellen sollte, eine Geschichte zu schreiben, die seinen Ansprüchen genügte. Welche Grundvoraussetzungen mussten gegeben sein, welche Größe brauchten seine Ideen, um groß genug zu sein, sodass sie der Grundstoff für seine Geschichte sein könnten. Und so überlegte Daniel weiter, welche Geschichte er erzählen wollte. Welchen Inhalt er vermitteln wollte, welcher Sinn hinter seiner Geschichte stecken sollte, das musste er ergründen, bevor er anfangen konnte zu schreiben. Soviel war sicher. Doch diesen Sinn zu finden, den richtigen Inhalt zu finden, das war schwer. Es schien Daniel beinah unmöglich, das, was er dachte, in Worte zu fassen. Daniel überlegte noch lange weiter, aber er kam zu keinem Schluss. Und so legte er schweren Herzens die Geschichte beiseite, um sich weiter Gedanken darüber zu machen. „Das würde sowieso nichts werden“, dachte er bei sich, „und ohnehin bin ich kein Autor und das Schreiben nicht mein Beruf.“

So blieb das Dokument in seinem unvollendeten Zustand in der hintersten Ecke seiner Festplatte liegen und wartete monatelang darauf, vervollständigt zu werden.

„Ist es der Sinn, der alles wirkt und schafft?“

Indes dachte Daniel natürlich auch das ein oder andere Mal über diese Geschichte nach. Doch war das Ziel, eine eigene FanFiction zu schreiben und zu veröffentlichen in weite Ferne gerückt. Das ein oder andere Mal dachte Daniel auch darüber nach, ob ein FanFiction-Archiv im Internet überhaupt die richtige Plattform für eine solche Geschichte, wie jene, die er zu schreiben anstrebte, sei. Auch dachte er darüber nach, ob überhaupt das Format der Geschichte das richtige wäre, oder ob ein Gedicht den Inhalt nicht vielleicht besser transportieren könnte. Könnte man nicht über andere Medien und in anderen Formate einen viel größeren Einfluss ausüben als mit einer kleinen 0815-Harry-Potter-FanFiction, wie tausende Teenie-Mädchen sie schrieben?

„Es sollte stehn: ‚Im Anfang war die Kraft!‘“

Daniel begann sich nach Gedicht-Plattformen umzusehen. Dabei stieß er auf eine Webseite, die Reimhilfe und Austausch über selbst geschriebene Gedichte anbot. War das das richtige für seine Ansprüche? Oder würde auch diese Seite und das Format des Gedichts ihn enttäuschen? „Probieren geht über studieren“, dachte Daniel, und begann ein Gedicht zu schreiben. Doch auch dieses endete bereits nach dem ersten Vers. Daniel kam nicht weiter. Es passte einfach vorne und hinten nicht. Ob er sich wohl auch hier Inspirationen von bereits vollendeten Werken holen könnte? Doch Daniel stockte schon, als er nach Gedichten suchte, die sich mit des Lebens Sinn auseinandersetzen. Ideen zu klauen war nicht richtig. Und so versuchte Daniel noch einen anderen Weg zu finden.

„Doch, auch indem ich dieses niederschreibe,

Schon warnt mich was, dass ich dabei nicht bleibe.“

Daniel brauchte etwas Neues. Etwas völlig anderes, etwas das es noch nie gegeben hatte. Oder gab es das, was er schreiben wollte vielleicht doch schon irgendwo auf der Welt? Daniel legte auch die Gedichte wieder beiseite und fand beim Suchen nach einem geeigneten Speicherplatz auf der Festplatte das alte Dokument mit der Geschichte – oder genau genommen dem ersten Satz einer Geschichte –, das inzwischen schon über ein Jahr lang unbearbeitet vor sich hin vegetierte. Er öffnete das Dokument und betrachtete den Inhalt einige Sekunden lang. Dann überkam ihn ein wilder Schaffensdrang und Daniel löschte in einem Anfall von Aufräumwut sowohl den ersten Satz seiner Geschichte als auch den ersten Vers seines Gedichts und öffnete ein neues leeres Word-Dokument.

„Mir hilft der Geist! auf einmal seh‘ ich Rat,“

Und wie Daniel so versuchte, die richtigen Worte zu finden, da kam ihm mit einem Mal ein Geistesblitz. Er zögerte kurz, doch dann begann er zu schreiben, was ihm gerade in den Sinn kam.

„Und schreibe getrost: ‚Im Anfang war die Tat!‘“

 

2. Türchen zu Goethes Faust

„Zwar weiß ich viel, doch möcht‘ ich alles wissen.“ (Vers 601)
Ich finde das Zitat sehr gut, weil die Menschen nach Wissen streben, da es in ihrer Natur liegt, nach Erklärungen für alles zu suchen und nach Rationalität zu streben. Das unterscheidet sie von anderen Lebewesen und verdeutlicht ihre Menschlichkeit, da es Wissensgrenzen gibt, die der Mensch nicht überschreiten kann. Außerdem denke ich, dass jeder sich damit identifizieren kann, da man es auf verschiedene Bereiche beziehen kann, sei es auf die Schule oder auf Wissenschaften. Aus diesem Grund habe ich das Zitat gewählt, da auch ich nach Wissen strebe, aber nicht alles wissen kann.
von Aleyna

1. Türchen zu Goethes Faust

„Was heute nicht geschieht, ist morgen nicht getan,
Und keinen Tag soll man verpassen.“ (Vers 225f.)
Dieses Zitat ist aus dem zweiten Prolog von Goethes Lektüre Faust, sie stammt vom Direktor.
Ich habe mich für dieses Zitat entschieden, weil ich finde, dass es bei jedem und auch bei mir im Alltag vorkommt. Man sollte jeden Tag nutzen und die Sachen, die man heute machen muss, nicht auf morgen zu verschieben. Ich denke, jeder kennt diese Situation, wenn man zum Beispiel lernen muss und man sich selbst immer sagt „Okay, ich fange morgen an zu lernen“ und man es dann von Tag zu Tag verschiebt. Dieses Werk ist 1808 erschienen und dieses Zitat beschreibt etwas, das ich auch heute noch erlebe.
von Denis

 

 

 

 

Neue Formen des Unterrichts am Goethe-Gymnasium in der Nachkriegszeit

Von der Obersekunda an konnten musikalisch begabte Lernende statt einer dritten Fremdsprache Musik belegen. Es bestand die Möglichkeit, zum Besuch dieses Zweiges Schülerinnen und Schüler von anderen Frankfurter Schulen an das Goethe-Gymnasium umzuschulen.

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Kriegszerstörung des Goethe-Gymnasiums und Notlösungen in der Nachkriegszeit

Das Goethe-Gymnasium musste im 2. Weltkrieg sehr leiden. Über die Jahre wurde das Gebäude durch Bomben und Brände soweit zerstört, dass es am Ende des Krieges eine Ruine war. Nur im Erdgeschoss und im ersten Stock gab es noch ein wenig Platz zum Unterrichten.  Doch alle Schülerinnen und Schüler in diesem Gebäude zu unterrichten war unmöglich. Doch es sollte weiter unterrichtet werden, weshalb einige Notlösungen gefunden werden mussten.

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Biographie von Viola Bedur* (Schülerin)

Viola Bedur

Viola Bedur, geboren 1937 in Frankfurt am Main, hat Ostern 1955 die Mittlere Reife an der Brüder-Grimm-Mittelschule in Frankfurt erreicht. Sie ist dann kaufmännisch ausgebildet worden und hat als staatlich geprüfte Fachlehrerin für Kurzschrift und Maschinenschreiben (Bürotechnik) bis Ostern 1966 dem Kollegium der Klingerschule in Frankfurt angehört. Sie wollte Realschullehrerin werden.

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Biographie Alena M.* (Schülerin) aus DDR

Alena M. wurde am 30.12.1942 in Berlin geboren, ging aber bis zu ihrem 14. Lebensjahr in eine Russische Schule, da ihr Vater zwangsweise in der UdSSR als Ingenieur arbeiten musste. Nach seiner Entlassung aus der Sowjetunion übernahm er die Leitung eines Forschungsinstituts in Dresden. Alena M. besuchte in dieser Zeit die Oberschule Dresden, aber nur für ½ Jahr, da die Familie in die Bundesrepublik flüchtete, weil der Vater unter politischem Druck stand.

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Tausend Schüler erhalten eine moderne Lernanstalt

(FAZ vom 11.12.1959)

Am 18. Dezember 1959 wurde die neue Schule eingeweiht. Es war eine der größten und modernsten Schule in Frankfurt. Der Unterricht sollte nach den Weihnachtsferien im neuen Gebäude beginnen. Für die tausend Schüler des Goethe-Gymnasiums sollte es 28 Klassenzimmer geben. Die Schule besaß auch ein Nebenhaus mit den Sonderräumen für Physik, Chemie und Biologie. Für jedes dieser Fächer gab es drei Räume: einen Hörsaal; einen Vorbereitungs-und Sammlungsraum und ein besonders Arbeitszimmer mit Arbeitsplätzen, wo die Schüler fast wie an der Universität experimentieren konnten. Für das Fach Naturwissenschaft hat man versucht, die besten Lehrvoraussetzungen zu schaffen.

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